Theodor Edler von LERCH

Generalmajor, Schipionier

geb.:  31. 08. 1869, Pressburg (Pozsoni)(Bratislava) heute Slowakei
gest.: 24. 12. 1945, Wien

Der Sohn des k. u. k. Oberst Ludwig Edler von Lerch erhielt seine Ausbildung an der Theresianischen Militärakademie und nachfolgend an der Kriegsschule. Als Oberleutnant kam er nach Czernowitz und ab 1897 als Generalstabsoffizier nach Lemberg. 1902 erfolgte seine Versetzung nach Wien in das Operationsbüro des Generalstabs. 1908 wurde er zum Major befördert.

Seit 1904 befasste sich Lerch mit dem Schilauf und nahm in Lilienfeld Einzelunterricht bei Matthias Zdarsky. Zahlreiche alpine Erstbesteigungen mit Schiern künden von seinem hohen Können. Seine Vielseitigkeit zwingt auch, dass er seit 1904 auch Mitglied des Wiener Rudervereins war.

Auf der Weltausstellung 1908 in Dresden wurde sein Interesse für Japan geweckt und so unternahm er eine Reise nach Japan, bei der er die auf den Erfahrungen des russ. - japan. Krieges aufbauende japanische Truppenausbildung studierte.  Er verbrachte die Jahre 1910 bis 1912 als Instruktionsoffizier bei der japanischen Armee und wurde  dort zum wichtigsten Bahnbrecher des militärischen und zivilen Schilaufs. 1911 machte er die erste Schibesteigung des Fudjijama.

1912 kehrte er über Korea, die Mandschurei, Peking und Indien nach Wien zurück. Im ersten Weltkrieg arbeitete Oberst Lerch zuerst als Generalstabschef in Galizien und ab 1916 hauptsächlich an der Isonzofront.

Nach seiner Abrüstung und Pensionierung als Generalmajor unternahm er einerseits eine Reihe von Reisen und hielt im In - und Ausland zum Teil auch im Rundfunk Vorträge

Bis 1925 besaß er eine technische Unternehmung und vertrat deutsche und chinesische Firmen.

Theodor Lerch erhielt zahlreiche in - und ausländische Auszeichnungen und Ehrenzeichen unter denen der Kaiser Franz Joseph Orden oder das EK I herausragten. Auf dem Berg Kanaya bei Takata im NW Japans steht ein Bronzestandbild Lerchs auf Schiern.

Lit.:
Bamberger Richard und Maria, Bruckmüller Ernst, Gutkas Karl (Hrsg.): Österreich Lexikon Bd. 1, Wien 1995, S. 704
Czeike Felix: Historisches Lexikon Wien, Bd.4, Wien 1994 S. 42

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