Zdenko Hans SKRAUP

Chemiker

geb.:     03.03.1850, Prag
gest.:    10.09.1910, Wien

Der Sohn des Domkapellenmeisters Johann Nepomuk Skraup besuchte die Oberrealschule in Prag und absolvierte anschließend das Studium der Chemie am Polytechnikum. In der Folge war er Assistent bei Professor H. Buff in Prag, wechselte in die Porzellan – und Steingutfabrik in Alt – Rohlaus bei Karlsbad und fand schließlich eine Stelle am Hauptmünzamt in Wien. Die nicht sehr befriedigende Tätigkeit vertauschte er mit einem Assistentenposten am II. Chemischen Institut bei Professor Rohleder bzw. dessen Nachfolgern Schneider und Lieben.

In der Zwischenzeit promovierte er in Gießen nach einem Studium der Chemie, Physik und Mineralogie und legte in der Folge in die Prüfung für das Lehramt an Mittelschulen ab.
1878 nahm Skraup als Reserveleutnant am Bosnienfeldzug teil und rüstete, ausgezeichnet mit dem Militärverdienstkreuz, als Oberleutnant ab. Ab 1879 unterrichtete er als Privatdozent an der Technischen Hochschule, wo er sich 1881 habilitierte. Gleichzeitig unterrichtete er an der Wiener Handelsakademie, nachdem er seinen Assistentenposten am Chemischen Institut aufgegeben hatte.

1887 folgte er einer Berufung nach Graz an die Universität und ab 1906 lehrte er an der Wiener Universität als Professor für reine und analytische Chemie.

Sein Spezialgebiet war die Chemie der Pflanzenstoffe und insbesondere widmete er sich den Abbauprodukten und Isomeren der China Alkaloide und 1880 gelang ihm die Sythese des Chinolins. Weiters betrieb er Studien über Malein- und Fumarsäure und schließlich gelang ihm auch die Entdeckung der Cellobiose bei der Cellulosehydrolyse.

1886 erhielt Skraup den Liebenpreis der Akademie der Wissenschaften, deren Mitglied er war und wurde 1896 mit dem Hofratstitel ausgezeichnet.

Während seiner Grazer Zeit vollzog er gemeinsam mit seiner Familie den Übertritt zum evangelischen Glauben.

Lit.:
Bamberger Richard, Maier-Bruck Franz: Österreich Lexikon, Bd. 2, Wien 1966, S. 1072
Czeike Felix: Historisches Lexikon Wien, Bd. 5, Wien 1997, S. 240
Mecenseffy Grete: Evangelische Lehrer an der Wiener Universität, Wien 1967, S. 232ff
Römpp Hermann: Chemie Lexikon, IV, Stuttgart  1996, S. 5972


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